Aufbau von Partnerschaften zur Verbesserung von Leben

Workshop-Programm 2015

Die Workshops der jährlichen Konferenz bieten eine wertvolle Gelegenheit für unterschiedliche Regionen, sich gemeinsamen Herausforderungen zu stellen und Erfahrungen, Wissen und Beispiele guter Praxis auszutauschen.

4 Workshopsitzungen werden organisiert, die je 60 Minuten dauern. Jede Sitzung bietet 6 gleichzeitig stattfindende Workshops an, die sich mit verschiedenen Themen auseinander setzen. 

  • Die Buchung von Workshops steht nur angemeldeten Teilnehmern zur Verfügung.

  • Workshops können auf Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch geführt und Portugiesisch werden.

  • Alle nicht auf Englisch gehaltenen Workshops werden simultan ins Englische übersetzt, da Englisch die Sprache ist, die die meisten Konferenzteilnehmer verstehen.

  • Die meisten Workshops werden auch simultan in wenigstens eine andere Sprache übersetzt (Französisch / Deutsch / Italienisch / Spanisch / Portugiesisch).

Anmeldeschluss für sämtliche online gebuchten Workshops ist Freitag, der 26. Juni 2015.Wenn noch Plätze frei sind, können Sie auch nach Ihrer Ankunft bei der Konferenz noch Workshops buchen. Beachten Sie aber bitte, dass einige Workshops bis dahin schon ausgebucht sein könnten.


Hier sind die 24 Workshops, die in Lissabon angeboten werden:

SITZUNGEN 1

1. Antworten auf die Krise in der Langzeitbetreuung in Europa
Eurofound

Thema des Workshops sind Strategien zur Bewältigung der Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Langzeitbetreuung in Europa. Ebenso wird der Bericht „Zugang zur Gesundheitsversorgung in Krisenzeiten“ von Eurofound vorgestellt, in dem die Kürzungen im Sozialwesen sowie deren Auswirkungen auf die Erhältlichkeit von medizinischen Leistungen erörtert werden. Darüber hinaus werden in zwei Fallstudien aus Ungarn und Lettland der Übergang von der Heimunterbringung zur ambulanten Betreuung (insbesondere im lettischen Fall) sowie die verstärkte Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheits- und Sozialwesen (im ungarischen Fall) illustriert. Außerdem wird auf dem Workshop erörtert, wie die Träger bei der Krankenhausentlassung von älteren Menschen zusammenarbeiten können (Fallstudie aus Irland); weitere Themen sind eine gemeindenahe Unterstützung und die Qualität der Leistungen angesichts der Krise.

 

2. Aufbau von Beschäftigungssystemen zur Umsetzung von besseren Ergebnissen für Betroffene und Gesellschaft
IBM

Arbeitsvermittler in aller Welt stehen vor bisher unbekannten Herausforderungen. Ein Arbeitnehmer verbleibt heute nur durchschnittlich 4,4 Jahre lang in seiner Stelle. Besondere Sorgen bereitet die Jugendarbeitslosigkeit, denn je länger ein junger Mensch arbeitslos ist, desto unwahrscheinlicher wird es, dass er jemals eine Stelle findet. Mithilfe von Fallbeispielen beschreiben IBM und WCC, wie sich Daten für eine intelligente Identifizierung der richtigen Zuwendungen und Leistungen zur Vorbereitung auf die Arbeitswelt nutzen lassen und die intelligente Suche nach einer geeigneten Stelle für bereits vorbereitete Arbeitssuchende erleichtern, was mit positiveren Ergebnissen für Betroffene und Gesellschaft verbunden ist.

 

3. Gestaltung für Ergebnisse: die Nutzung von Bindungen mit sozialer Auswirkung zur Förderung der sozialen Inklusion durch die Künste
Calouste-Gulbenkian-Stiftung, Logframe und Labor für Sozialinvestitionen, Portugal

In einer Fallstudie wird gezeigt, wie sich eine Finanzierung eng mit der Erzielung von Ergebnissen verknüpfen lässt und wie sich die Anreize passend zu den Interessen der Beteiligten gestalten lassen.

PARTIS – künstlerische Praktiken für soziale Inklusion ist nicht nur aufgrund seines Inhalts ein innovatives Projekt, sondern auch wegen des von ihm geförderten Formats für Engagement, gemeinsame Gestaltung und Partnerschaft. Wir stellen den Gestaltungsprozess für das Modell PARTIS M&E (Monitoring & Evaluation bzw. Beobachtung und Bewertung) unter Betonung des gewählten Ansatzes der Einbeziehung vor. Anhand des Labors für Sozialinvestitionen wird gezeigt, wie sich die mit PARTIS anvisierten Ergebnisse zur Schaffung von innovativen Finanzierungsmechanismen nutzen lassen, bei denen die Zahlungen an die Erzielung von Ergebnissen gebunden werden.

 

4. Lokale Partnerschaften für integrierte Gesundheits- und Sozialfürsorge: Lektionen aus Katalonien
Provinzregierung Katalonien, Spanien

Im Jahr 2014 verabschiedete die Provinzregierung Katalonien einen neuen interministeriellen Plan für Zusammenarbeit in der Gesundheits- und Sozialfürsorge, um eine personenzentrierte integrierte Versorgung zu verwirklichen und die für die jeweiligen Bedürfnisse am besten geeigneten Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Dieser Plan wird vor Ort in Form von neun lokalen Partnerschaftsprojekten erprobt und umgesetzt, die hinsichtlich der beteiligten Organisationen und Fachkräfte, der Zielgruppe und der Organisation der Zusammenarbeit unterschiedlich aufgebaut sind. Diese lokalen Pilotprojekte wurden bewertet, und es wurden Empfehlungen zur integrierten Versorgung formuliert. Auf dem Workshop werden die Erfahrungen der lokalen Projekte vorgestellt, und es werden die Aspekte der Bewertungsmethoden, Informationsweitergabe, Evidenz im Gesundheits- und Sozialwesen und Weiterbildung der Arbeitskräfte erörtert.

 

5. Breeze-e – Vereinfachung von lebenswichtigen Entscheidungen: Nutzung der Fähigkeiten, Kenntnisse und Ressourcen des Privatsektors zur Integration des Gesundheits- und Sozialwesens
Bezirksverwaltung Northamptonshire und Breeze-e Enterprises, Großbritannien (England)

Breeze-e vereinfacht die Integration von Betreuungsdiensten durch eine „Personalisierung“ von Leistungen unter Einbeziehung der Bürger. Zu den Zielgruppen gehören Bürger mit sozialen und gesundheitlichen Bedürfnissen in sämtlichen sozioökonomischen Segmenten unter besonderer Berücksichtigung von ausgegrenzten, isolierten oder benachteiligten Gruppen. Das System ermöglicht die vertikale und horizontale Integration von Betreuungsorganisationen auf sektoren- und trägerübergreifende Weise durch Bereitstellung einer Infrastruktur, die den Schwerpunkt auf die folgenden Bereiche verschiebt:

  • intelligente und innovative Auftragsvergabe durch Einbeziehung eines breiteren Spektrums von Trägern, die verschiedene Produkte auf den Markt bringen – nicht nur im Bereich der persönlichen Betreuung;
  • nicht mehr auf traditionellen Auftraggeber-Träger-Modellen beruhend, sondern mit echter Auswahl und Kontrolle für den Kunden in einer sicheren Umgebung;
  • ehrgeizig, innovativ, an Veränderungen orientiert; verleiht dem Kunden echte Auswahl und Kontrolle.

Das Projekt wird von einem Konsortium aus der Bezirksverwaltung Northamptonshire, CloudBuy PLC und Grass Roots PLC durchgeführt. Die Infrastruktur besteht aus einem Multimedia-Kundenkontakt, einem Daten-Hub, einem elektronischen Markt für Transaktionen sowie Möglichkeiten für elektronische Zahlungen.

  • Sein universeller Reiz und seine Funktionalität reichen über die wirtschaftlichen Aspekte des Gesundheits- und Sozialwesens hinaus, denn die Auswahl des Dienstleisters und das Geld liegen in den Händen des Kunden – ES IST DIE ZUKUNFT, und WIR HABEN SIE JETZT.

Auf dem Workshop werden die Teilnehmer in einzelne Gruppen aufgeteilt, die Herausforderungen dieses Ansatzes aus verschiedenen Perspektiven analysiert und Erfahrungen weitergegeben.

 

6. „Kinder zuerst“: Die Identifizierung und Prävention von Kindesarmut auf kommunaler Ebene Öffentlich
Private Partnerschaft für soziale Integration, Belgien

Das Pilotprojekt „Kinder zuerst“ wurde von der belgischen Regierung in 57 Sozialämtern in ganz Belgien ins Leben gerufen. Durch die Zusammenführung sämtlicher Akteure vor Ort (Sozialämter, Tagesstätten, aber auch Schulen und Verbände) im Rahmen umfangreicher Beratungsplattformen soll Armut unter Kindern im Alter von 0 bis 12 Jahren auf proaktive Weise identifiziert und verhindert werden. Im Mittelpunkt des Workshops steht das inspirierende Beispiel einer kommunalen Beratungsplattform in der Stadt Kortrijk, wo das Sozialamt eine Partnerschaft mit kommunalen Organisationen und Bürgergruppen eingegangen ist, und in Gent, einer Großstadt, die beim Umgang mit vielfältigen schwierigen Situationen vor ernsten Herausforderungen stand.

 

SITZUNGEN 2

7. Wie öffentlich-private Partnerschaften auf effiziente Weise zur Weiterentwicklung von Leistungen für Personen und Haushalte beitragen können
Edenred

In letzter Zeit haben sich öffentlich-private Partnerschaften insbesondere im Rahmen von EU-finanzierten Projekten von einer vertraglichen Zusammenarbeit zu einer umfassenderen Partnerschaft weiterentwickelt. Dies hat dazu geführt, dass Unternehmen und Behörden gemeinsam an der Entwicklung und Umsetzung von Sozialpolitiken arbeiten können. Öffentlich-private Partnerschaften können dank der Integration und gegenseitigen Ergänzung von Fachkenntnissen, Wissen und Erfahrungen für Wertsteigerung sorgen und die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung und Beschleunigung von Projekten unterstützen, während sie zugleich einen wichtigen sozialen Nutzen bieten, zum Beispiel in Form von Qualitätskriterien, Sicherheitsbedingungen oder Maßnahmen zur besseren Ausrichtung der Projekte an den konkreten Bedürfnissen der Betroffenen vor Ort. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission könnten in der EU im Bereich der Leistungen für Personen und Haushalte 5,5 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zur Nutzung dieser Chance wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt, an denen sowohl öffentliche als auch private Träger beteiligt sind. Dieser Workshop bietet eine günstige Gelegenheit zum Austausch von Ideen und Praktiken auf europäischer, nationaler und kommunaler Ebene mit der Europäischen Kommission, dem portugiesischen Sozialministerium, dem italienischen Ministerium und einer französischen Kommunalbehörde.

 

8. Aufbau von Partnerschaften zur Verwirklichung einer „permanenten Unterbringung“ von Kindern in alternativen Betreuungsstellen in Schottland
Kompetenzzentrum für betreute Kinder in Schottland (CELCIS), Bezirksverwaltung RenfrewshireGroßbritannien (Schottland)

PACE (Permanenz und Kompetenz für Betreuung) ist ein nationales Programm zur Verbesserung der Ergebnisse für betreute Kinder in Schottland. Ziel des Programms ist eine Vermeidung von unnötigen Verzögerungen und Verlagerungen des Permanenzprozesses für betreute Kinder; die Umsetzung erfolgt im Rahmen einer Partnerschaft mit CELCIS, der schottischen Regierung und den Kommunalbehörden. Auf dem Workshop wird erläutert, wie die Partnerschaften zwischen CELCIS, den Kommunalbehörden und der Justiz aufgebaut wurden; ebenso werden die ersten Ergebnisse des Programms im Bezirk Renfrewshire vorgestellt.

 

9. Auf den Ort kommt es an
Esri

Thema dieses Workshops sind geografische Informationssysteme (GIS) und ihre Nutzung innerhalb des Sozialwesens. Die Teilnehmer lernen, wie sich Daten in ihrer gesamten Organisation sowie extern in der Gemeinde erkennen, nutzen, erstellen und weitergeben lassen, um für Beteiligung und öffentliche Einbeziehung zu sorgen. Die Kraft des Standorts und räumlichen Denkens ist eine perfekte Ergänzung für einen integrativeren Ansatz des Sozial- und Gesundheitswesens. Durch eine bildhafte Darstellung können die Träger Daten analysieren, um Muster, Trends und Beziehungen zu erkennen, was informiertere Entscheidungen ermöglicht.

 

10. „Unmögliche“ Probleme und gemeinsame Regierungsführung
Instituto Padre António Vieira und Santa Casa da Misericórdia de Lisboa, Portugal

Angesichts der Tatsache, dass die verschiedenen Träger komplexen Problemen nicht immer auf umfassende Weise begegnen, hat das öffentliche Sozialamt von Lissabon (Santa Casa da Misericórdia de Lisboa) neue Formen der Zusammenarbeit und integrierten Verwaltung erprobt, bei denen eine gemeinsame IT-Plattform zum Einsatz kommt und ein Instrumentarium zur Verbreitung im gesamten Sozialwesen entwickelt wird. Zu den Beispielen gehören Kinder und Familien sowie der Bereich der Obdachlosigkeit.

 

11. Das Nationale Versicherungsprogramm für Behinderungen (NDIS): Aufbau und Verwaltung eines weltweit führenden Programms für sämtliche Australier
Nationale Versicherungsbehörde für Behinderungen, Australien

Das NDIS beruht auf einer starken Partnerschaft zwischen Menschen mit Behinderungen, Regierungen, Trägern, Interessensgruppen und Sozialwissenschaftlern und verkörpert einen grundlegend neuen Ansatz zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen in Australien. Das Programm verfügt über Pilotprojekte in ganz Australien und zielt darauf ab, den Bedürfnissen der Betroffenen zu entsprechen, indem es ihnen eine umfangreiche Auswahl und Kontrolle ihrer Unterstützung ermöglicht und zugleich die Aspekte der Prävention, frühzeitigen Investition und sozialen Eingliederung betont. Auf dem Workshop wird beschrieben, wie das NDIS entstand und wie die Zusammenarbeit mit behinderten Menschen eine Bewusstseinsbildung und Vorbereitung auf die Veränderungen ermöglichte.

 

12. Partnerschaften in sich verändernden Gemeinden: Zusammenarbeit zwischen Kommunalbehörden, Bürgern und Trägern als Reaktion auf den demografischen Wandel
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, Netzwerk: Soziales neu gestalten (SONG), Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutschland

Seit 2006 unterstützt das Netzwerk „Soziales neu gestalten“ von Organisationen der Sozialwirtschaft die Schaffung von neuen Wohnungslösungen und Leistungen auf der Grundlage einer Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Kommunalbehörden, Wohnungsbaugenossenschaften und Trägern. Hierzu gehören Projekte wie Mehrgenerationenhäuser, Stadtteil-Aktivitäten oder neue Finanzierungsmodelle. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützt die Verbreitung dieser gemeindenahen Ansätze; in einer Analyse der Sozialrendite (SROI) zeigten sich signifikante Auswirkungen, wie zum Beispiel ein verringerter Bedarf an Unterstützung, eine stärkere gesellschaftliche Einbeziehung älterer Menschen und eine verbesserte Lebensqualität. Auf dem Workshop werden die Projektidee und ein Praxisbeispiel sowie die Ergebnisse der SROI-Analyse vorgestellt, und es werden die verschiedenen Modelle der Zusammenarbeit erörtert.

 

SITZUNGEN 3

13. Veränderung der Zusammenarbeit zwischen Trägern mithilfe von Mobilitätslösungen zur Unterstützung der Betroffenen
Diona

Der Schlüssel zu einer Partnerschaft liegt in der Kommunikation, und moderne Kommunikation findet immer häufiger auf mobilen Geräten statt. Dieser Workshop bietet den Teilnehmern eine Einführung in die Nutzung von mobilitätsbasierten Lösungen zur Verbesserung der Kommunikation zwischen sozialen Trägern, Betroffenen und Sozialarbeitern. Unter Konzentration auf die praktische Umsetzung der Lösungen für Handys und Tablets lernen die Teilnehmer die ersten Schritte für den Entwurf und die Gestaltung einer Perspektive, in der Mobilität im Vordergrund steht. Ein erfahrener Leiter von Veränderungen für Behörden durch Technik und Universitätsdozent für Sozialverwaltung liefert einen kurzen Überblick über den Stand der Mobilität bei der Umgestaltung der Umsetzung sozialer Leistungen. Die Teilnehmer erhalten ein eingehenderes Verständnis für das Potenzial der Mobilität in ihren Behörden und wichtige Ratschläge für die ersten Schritte bei der Umstellung auf eine mobilitätsbasierte Umsetzung von Leistungen.

 

14. Notinterventionen für gefährdete Kinder in schwierigen Lebensumständen
Sozialversicherungsinstitut, Portugal. Santa Casa da Misericórdia de Lisboa, Portugal

In Lissabon können die Polizei oder Krankenhäuser – je nach den individuellen Bedürfnissen, wie zum Beispiel einer Krankenhauseinweisung oder Bedrohung des Wohlbefindens des Kindes – eine Notunterbringung von Kindern mit Problemen beantragen. Abhängig vom jeweiligen Bedarf leiten die verschiedenen Träger unterschiedliche Maßnahmen ein; die Verantwortlichen stehen oft vor der Herausforderung, unter den möglichen Maßnahmen die richtigen auszuwählen. Hierbei muss die Rolle der Akteure in den verschiedenen Sektoren (z. B. Schulen, Wohnungsämter, Sozialämter, Gerichte, Polizei, Krankenhäuser) hinsichtlich ihrer potenziellen Auswirkung auf das Leben des Kindes berücksichtigt werden. Auf dem Workshop werden die Strategien und Optionen für Maßnahmen in den verschiedenen Sektoren analysiert und erörtert.

 

15. Öffentliche Auftragsvergabe zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Lehrstellen
Gemeinde Örebro, Schweden

Auf diesem Workshop werden zwei innovative Beispiele für eine sozial und lokal orientierte Nutzung der öffentlichen Auftragsvergabe zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Lehrstellen für verschiedene Gruppen vorgestellt. Das eine Beispiel umfasste den Bau und die Instandhaltung von Schulen, was 25 Immigranten Arbeitsplätze und eine Berufsausbildung verschaffte; 15 von ihnen wurden anschließend vom Auftragnehmer aus der Privatwirtschaft als vollzeitbeschäftigte Arbeitskräfte übernommen. Das andere Beispiel besteht aus einem neuen Ansatz der Auftragsvergabe, bei dem der Auftraggeber vom Auftragnehmer verlangte, Arbeitnehmer aus der Umgebung zu beschäftigen und ihnen eine Berufsausbildung oder Praktika anzubieten. Auf dem Workshop werden komplexe Situationen der Entscheidungsfindung im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe in kommunalen Kontexten erörtert. Ziel ist ein Ideenaustausch zur Suche nach potenziellen Lösungen.

 

16. Der vereinigte Zugangspunkt: koordinierte Antworten auf komplexe Bedürfnisse in der Region Kampanien
Consorzio dei Servizi Sociali Ambito, Italien

Die 28 Gemeinden des Bezirks Avellino haben einen vereinigten Zugangspunkt eingerichtet. Hierbei profitieren die Betroffenen von koordinierten Maßnahmen und erhalten ihre Sozialleistungen nach einer Bewertung der Art und des Umfangs ihrer Bedürfnisse durch ein multidisziplinäres Team. Im Rahmen ständiger Kontrollen hat sich gezeigt, wie stark dieses organische und integrierte Modell den Betroffenen zugutekommt, z. B. durch geringere Wartezeiten für die Betreuung. Darüber hinaus ist der vereinigte Zugangspunkt mit geringeren Kosten, weniger Bürokratie und mehr Effizienz verbunden, was ihn zu einem guten Beispiel für ein effektives, integriertes und an den Betroffenen ausgerichtetes Modell macht.

 

17. Prädiktive Risikobewältigung für bessere Entscheidungen auf der Grundlage einer Echtzeit-Analyse von Daten
SAP Institute for Digital Government

Zur Bekämpfung von Armut und Bedürftigkeit wird im Sozialwesen versucht, die Effizienz der Arbeitsmärkte zu fördern, die Gefährdung der Betroffenen durch Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Krankheit, Behinderung und Alter zu verringern und die Fähigkeiten der Betroffenen zur Bewältigung dieser Risiken zu verbessern. Viele soziale Träger nutzen zur Umsetzung ihrer Leistungen ein Modell, bei dem digitale Techniken im Vordergrund stehen; hierdurch wird es möglich, in Echtzeit auf die Bedürfnisse der Bürger einzugehen und den Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe unter Nutzung von Online- und mobilen Technologien zu bieten. Auf diesem Workshop werden die Argumente für eine Echtzeit-Analyse im Kontext des Sozialwesens erörtert, und es wird das Gleichgewicht ermittelt, welches gewährleistet, dass die Technologie die Urteilsfindung der Fachkräfte verbessert, statt sie zu behindern.

 

18. Bekämpfung von mangelndem sozialem Schutz durch proaktive Sozialmaßnahmen in Stadtumgebungen
VVSG (Verband flämischer Kommunalbehörden)
OCMWs – Öffentliches Sozialwohlfahrtszentrum Gent, Antwerpen, Mecheln und Brügge. Belgien

Auf diesem Workshop werden vier Beispiele für proaktive städtische Sozialarbeit von kommunalen Sozialämtern in den Städten Antwerpen, Mecheln, Brügge und Gent sowie der jeweilige Ansatz zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung vorgestellt. Bestimmte Gruppen genießen keinen ausreichenden Schutz und erhalten nicht die ihnen zustehenden Sozialleistungen. Durch proaktive Sozialarbeit verfolgen die vier Städte eine umfangreiche Strategie zur Verbesserung der unzureichenden Nutzung von Leistungen und Diensten, wobei das gesamte System der Erbringung von Leistungen für verschiedene soziale Probleme berücksichtigt wird. Es werden vier Praktiken vorgestellt: die aktive Erkennung von Kindesarmut (Antwerpen), die Schaffung eines Netzwerks für ältere Menschen (Brügge), Sozialführer (Gent) sowie GO, ein Projekt für stark gefährdete Familien (Mecheln). Auf dem Workshop werden vier Praktiken vorgestellt und mit den Teilnehmern interaktiv erörtert.

 

SITZUNGEN 4

19. Lokale Freiwilligenbanken: zwei Erfahrungen aus Portugal
Stadt Lissabon, Portugal

Nach Angaben des portugiesischen Nationalrats zur Förderung der Freiwilligenarbeit „sind die lokalen Freiwilligenbanken die Orte, an denen Personen, die Freiwilligenarbeit leisten möchten, mit Organisationen in Kontakt treten können, die bereit sind, Freiwillige in ihre Projekte zu integrieren und ihre Arbeit zu koordinieren“. Ziel dieses Workshops ist die Weitergabe der Erfahrungen mit den Freiwilligenbanken von Lissabon und Cascais, die die Daten von ca. 4000 Freiwilligen und 230 verschiedenen Organisationen enthalten.

 

20. Verknüpfungen zwischen Primärversorgung und Prävention zur Umsetzung von integrierten Leistungen
EuroHealthNet

Angesichts des demografischen Wandels und zunehmender chronischer Erkrankungen muss das Gesundheits- und Sozialwesen eine bereits vorhandene Lücke schließen. Im Workshop wird die Fallstudie eines integrierten Ansatzes der Primärversorgung und Prävention bei der Umsetzung von Leistungen vorgestellt. Diese integrierten Versorgungsmodelle ermöglichen effizientere Leistungen und bessere Versorgung. Sie können die präventive Rolle der integrierten Versorgung stärken, den Druck auf das Sozialwesen mindern, den Bedarf an langfristiger Betreuung verringern und die Verschlechterung von Erkrankungen verhindern. Auf dem Workshop wird eine Debatte zwischen Fachkräften der Primärversorgung, Gesundheitsämtern, Sozialamtsleitern, Politikern, Betroffenen und Vertretern aus Wissenschaft und Privatwirtschaft angeregt.

 

21. Umsetzung von evidenzbasierten Programmen für obdachlose junge Menschen
Nationaler Sozialausschuss, Gemeinde Aarhus, Dänemark

Im Mittelpunkt dieses Workshops stehen die Herausforderungen und Chancen im Prozess der Veränderung von Denkweisen und der Umsetzung von an Recovery orientierten Sozialleistungen für obdachlose Menschen auf der Grundlage von sozialem Wissen zum gegenseitigen Nutzen.Die dänische Strategie „Wohnungen zuerst“ ist eine bewährte Methode, bei der stabile und permanente Wohnungen als primäre Strategie zur Beendigung der Obdachlosigkeit betont werden. Im Mittelpunkt dieser Strategie stand die Verstärkung von fließend begleitenden Unterstützungsleistungen in Kombination mit der Umsetzung verschiedener evidenzbasierter Methodologien für obdachlose Menschen, die in einer Wohnung untergebracht wurden. Wir stellen konkrete Erfahrungen mit Methoden zur Verringerung der Obdachlosigkeit unter jungen Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren in der Stadt Aarhus vor. Die Perspektiven des Workshops bauen auf nationalen und lokalen Perspektiven in einem Prozess der Umsetzung auf.

 

22. Soziale Inklusion für Menschen aus ethnischen Minderheiten: Partnerschaft zwischen Gemeinden und Regierung in Norwegen
Arbeits- und Sozialministerium, Norwegen

Können „großzügige“ Sozialleistungen die wirtschaftliche Unabhängigkeit fördern? Das Qualifikationsprogramm kombiniert angemessene Leistungen mit der Aktivierung von Personen mit geringem Einkommenspotenzial – einschließlich Einwanderer, die 40 bis 50 Prozent der Teilnehmer ausmachen. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Sozialämtern und den nationalen Arbeits- und Sozialämtern erforderlich. Das Programm wird durch ein „Komplettangebot“, vereinbarte Pläne und eine klare Methodologie ergänzt und ist Bestandteil eines breiten Spektrums von Maßnahmen zur Bekämpfung von anhaltender Armut.

 

23. Psychische Gesundheit und Kunst
Gesundheitsministerium, Portugal

Zur Unterstützung der Bekämpfung des Stigmas fördert das Projekt „Psychische Gesundheit und Kunst“ landesweit auf regionaler und lokaler Ebene die kreativen Talente von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Hierfür mussten Beziehungen zwischen (öffentlichen und privaten) Wohnungs- und Rehabilitationsträgern und Fachkräften in den Bereichen der bildenden Kunst, des Theaters, des Tanzes und der Kochkunst sowie Universitäten und höheren Lehranstalten gefördert werden. Seither leistet das nationale Programm für psychische Gesundheit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Vorurteilen über psychische Erkrankungen und Förderung eines partnerschaftlichen Ansatzes.

 

24. Umfangreiche Reformen der Leistungen in Zeiten finanzieller Engpässe; die Integration von Leistungen in Peel, Ontario
Gemeinde Peel, Kanada

Die Regionalgemeinde Peel stellt ihr System integrierter Leistungen vor, das auf einem Komplettmodell von Leistungen aufbaut, zu dem in erster Linie Programme in den Bereichen Sozialhilfe, Arbeit, Wohnung, frühkindliches Lernen, Kinderbetreuung und Gemeindezuschüsse gehören. Das System ermöglicht eine einfachere Erhältlichkeit, Einsparungen durch Effizienz, die effektive Zuweisung von Ressourcen, verbesserte Interessensvertretung und Investitionen in Programme. In einer externen Bewertung des Systems wurde auf den Nutzen des Angebots einer „wertvollen Orientierungshilfe für andere Regierungen“ hingewiesen.